Wednesday, May 25, 2022
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VBP: Jahrestagung 2022 zeigt Bedeutung von Papier für das Wirtschaftssystem

Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender des VBP, erläutert: „Nur wettbewerbsfähige Unternehmen schaffen Beschäftigung und Wohlstand, sichern unsere Sozial- und Bildungssysteme und halten unsere Gesellschaft widerstandsfähig. Eine starke Demokratie braucht eine starke Industrie. Aber eine starke Industrie braucht eine stabile Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen.“

Die Papierindustrie hat laut VBP auf Erdgas als Brückentechnologie gesetzt auf dem Weg zur Dekarbonisierung. Der Gesamtbrennstoffeinsatz liegt bei 58 Prozent. Schaller erklärt: „Ziel ist es, mittelfristig unabhängig von Russland zu werden. Realpolitisch müssen wir aber uns an Fakten orientieren: Nur 10 bis 15 Prozent des Erdgaseinsatzes in der Papierindustrie könnten bei einem Embargo kurzfristig technisch durch Kohle oder Öl ersetzt werden. Wir benötigen in dem äußerst herausfordernden Zusammentreffen von Energiewende und sicherheitspolitischer Zeitenwende klare gesetzliche Rahmenbedingungen, um unseren Versorgungsauftrag erfüllen zu können. Denn ohne uns, ohne Papier, Karton und Pappe, kommt nicht eine Schraube von A nach B, wird kein Chip in eine Steuerung eingesetzt, erreicht kein Paket sein Ziel.“

Die aktuellen Entwicklungen treffen laut VBP die Branche in einer Aufholphase nach der Pandemie. 2021 verzeichnete sie ein Produktionsplus von 8,3 Prozent in Deutschland und in Bayern von 6,2 Prozent. Die Umsätze stiegen 2021 in Bayern um rund 12 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, konnten damit aber noch nicht ganz wieder an das Vorpandemieniveau anschließen. Papier und Karton für Verpackungen und Printmedien sind derzeit sehr gefragt. Jedoch stellen die Papierindustrie die exorbitanten Kostensteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Logistik vor große Herausforderungen. Schaller führt aus: „Die Preise für Altpapier, dem mengenmäßig wichtigsten Ausgangsprodukt, haben sich schon im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt verdoppelt.” Schaller appellierte eindringlich: „Sanktionen sollen nicht die eigene Wirtschaft treffen, sondern die des Aggressors. Kein Gasembargo – sonst wendet sich für unsere Industrie sprichwörtlich das Blatt.“

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